Zögerlich kamen sie zusammen, zuerst nur fünf zum Fünfzigsten, dann waren es letztlich doch 8 Mitschüler unserer alten OIn2. (Die drei Nachzügler suchten wohl das alte Büdchen gegenüber der Schule.. nicht mehr da, the times they are a‑changing….).
Claus Zingel hatte wie in vielen Jahren zuvor keine detektivische Arbeit gescheut, die verstreuten Mitglieder der alten Oberprima ausfindig zu machen und zu ermuntern, zum fünfzigsten Jahrestag des Abiturs zusammen zu kommen.
Das Treffen begann auf dem Schulhof um 11.30 Uhr, als gerade noch Pause war und der Hof recht belebt. Auch belebt wurde unsere Zusammenkunft durch unseren alten mittlerweile 88 Lenze jungen – Klassenlehrer Schmidt sowie Herrn Richter, den jetzigen Direktor.
Dann gings im alten Aufenthaltsraum rund um einen Tisch weiter. Herr Richter, selbst Lehrer für Deutsch und kath. Religion, beschrieb uns das zunehmend schwierige Umfeld der Schülerschaft und Bevölkerung. Hierdurch bedingt kam es zur Fusion mit dem Fichte-Gymnasium, notwendiger Weise mit neuem Leitbild der nun in Hannah-Arendt-Gymnasium umbenannten Schule. Kurz gesagt, die alten Steine sind dieselben, doch Kollegium, Schülerschaft, Auftrag und Selbstverständnis haben sich krass gewandelt.
Dies ist auch an den Namen der heutigen 5. und 13.Klassen sehr deutlich erkennbar.
Doch Herr Richter gibt sich zufrieden und zuversichtlich. Es gibt klare Regeln des Zusammenseins, rote Linien und letztlich wenig Konflikte. Wir sprachen auch Handyverbot, Religionsunterricht incl., Islamunterricht, alte Personen und Geschichte (n) an, wie z.B. Dr. Dicke und andere katholische Lehrpersönlichkeiten. Auch Bezug zu Eltern, Druck zu gutem Abschluss und praktische Fähigkeiten, auf die eine Schule auch fürs Leben vorbereiten sollte.
Ein neues Gebäude versperrte uns auf dem Schulhof den Blick, der früher für uns immer interessanten Marienschule – dem ehemaligen Mädchengymnasium – stand dort doch tatsächlich eine Turnhalle, die uns bereits in der Sexta versprochen worden war, realisiert aber erst Äonen später.
Natürlich durfte ein gemeinsames Foto unter dem Doryphoros, dem Speerträger nicht fehlen. Auch hierzu hatte Herr Richter eine Anekdote parat, der wir den QR-Code am Sockel nun verdanken.
Dank Wolfgang Weiß konnten wir anschließend im Restaurant “Dachsbau” unsere Runde ab 13 Uhr fortsetzen. Dorthin kam auch Herr Pitsch, unser damaliger Englischlehrer, auch mittlerweile 85 Jahre alt, sowie nach dem Dienst Herr Direktor Richter. Herr Pitsch traf noch kurz vorher unseren Mitschüler Martin Körner, der in der gleichen Straße in Bockum wohnt.
Eine verkürzte, aber schmackhafte Karte und div. Sorten Bier vom Fass sorgten für eine Grundlage an vielen Gesprächen und Erinnerungen. Zunächst wurde auch unserer drei schon z.T. vor vielen Jahren verstorbenen Klassenkameraden Achim Steiger, Arnulf Büskens und Thomas Flinterhoff sowie der beiden Lehrer Gierschmann und Zeuner gedacht.
Faszinierend, wie lebendig und facettenreich anschließend Lehrer untereinander, aber auch mit uns verschiedenste Themen besprachen. Das machte wahrlich
Freude. Wie weggewischt, die letzten Jahre, wo wir uns nicht sahen…
Erst nach gutem Essen und der Überraschung, dass ein Teilnehmer komplett die Getränke übernommen hatte, löste sich die Runde nach 16 Uhr langsam auf. Jeder, der gekommen war, nahm schöne Eindrücke mit und das Gefühl, daß sich für ihn der Weg gelohnt hat.
Teilnehmer:
Michael Frese, Peter Gronsfeld, Martin Körner, Adolf Simon, Ulrich Staebener, Matthias Teipel, Wolfgang Weiß, Claus Zingel
Lehrer: Günther Schmidt und Wolfram Pitsch
Direktor des HAG: Hans-Jörg Richter
P.S. Alle übrigen Klassenkameraden wurden per email erreicht, waren aber aus ver-
schiedensten Gründen verhindert. Ich gelobe Besserung bei der nächsten Terminie-
rung.. L.
P.S. … Jemand raunte etwas über einen Schnaps zum 55ten …. Verabredung ? …
Text: C. Zingel u. W. Weiß











