Auf in den hohen Norden!
Morgens halb zehn in Deutschland. Eine Gruppe unerschrockener Schüler versammelt sich auf dem Duisburger Hauptbahnhof, um die Reise auf die Insel Borkum anzutreten.
17 Schüler, die es kaum erwarten konnten, den Naturgewalten wie Wellengang, Windböen und Gezeiten zu trotzen.
Gegen Nachmittag erreichten wir unser Ziel: Europas größte Jugendherberge. In einer der ehemaligen Kasernengebäude lagen unsere Unterkünfte. Getreu der Geschichte dieses Hauses war alles generalstabsmäßig organisiert und schon nach 20 Minuten waren wir mit Zimmern, Bettwäsche und Fahrrädern versorgt. WOW!
Das Fahrrad sollte für die nächsten fünf Tage unser täglicher und geliebter Begleiter werden. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten erwies sich dieses Fortbewegungsmittel als wesentlich flexibler als die örtliche Bimmelbahn.
Die Wattwanderung am zweiten Tag sollte für einige zur persönlichen Herausforderung werden. Dort, wo einst der berühmte Pirat Störtebeker sein persönliches Armageddon fand, sahen auch einige von uns ihrem Endgegner ins Auge: DEM WATTENMEER.
Trotz potenzieller Gefahren wie Wattwürmer, Priele oder noch viel schlimmer: Schlick!!!!, schafften es alle, auch dieses Abenteuer zu überleben.
Eine Insel wie Borkum hat viel zu bieten und so wagten wir uns kaum 24 Stunden später in ungeahnte Höhen. Nach dem Watt bot der Kletterpark eine erneute Chance an unsere psychischen und physischen Grenzen zu kommen. Aber wer wagt gewinnt!!! Nach zwei Stunden war die Höhenangst passé!!!
Daher stellten auch die anschließenden 315 Stufen auf den 60 Meter hohen Leuchtturm kein Problem mehr dar. Die Quälerei hatte sich ausgezahlt und wir genossen einen grandiosen360-Grad-Blick über die Insel.
Im inseleigenen Aquarium konnten wir einen Blick in die Unterwasserwelt der Nordsee vor Borkum werfen. Plattfische, Seesterne, Krabben und Hummer boten einen interessanten Einblick in diesen Lebensraum. Selbst Seepferdchen werden in diesen Gewässern langsam heimisch und auf der Rückfahrt mit der Fähre konnten wir sogar Robben und einen Schweinswal in freier Wildbahn beobachten.
Am letzten Abend wurden einige von uns mit einem spektakulären Sonnenuntergang am Strand für alle Strapazen und Herausforderungen der vergangenen Tage belohnt.
Für uns war Borkum ein überraschend schöner Ort für eine Klassenfahrt, auch wenn einige zu Anfang etwas skeptisch waren. Die Insel hat unsere Klassengemeinschaft gestärkt und uns einen unvergesslichen Abschluss unserer gemeinsamen Zeit geschenkt.
Text/Bilder: S. Meißner, V. Prost




