Gedenkstättenfahrt 2026

In die­sem Jahr führ­te unse­re Gedenk­stät­ten­fahrt end­lich wie­der nach Polen. Nach­dem die Fahrt nach ihrer Pre­mie­re im Jahr 2020 in den dar­auf­fol­gen­den Jah­ren auf­grund der COVID-19-Pan­de­mie und des Krie­ges in der Ukrai­ne nach Ber­lin ver­legt wer­den muss­te, konn­te unse­re Ein­füh­rungs­pha­se nun wie­der die his­to­ri­schen Orte in Polen besu­chen und sich inten­siv mit der Geschich­te des Natio­nal­so­zia­lis­mus und der Erin­ne­rungs­kul­tur aus­ein­an­der­set­zen.
Die Tage vor Ort waren für vie­le Schüler*innen beson­ders ein­drück­lich. Sophie Nys berich­tet in ihrem Rei­se­be­richt von ihren per­sön­li­chen Ein­drü­cken und den Erfah­run­gen der Stu­fe.
Ein beson­de­rer Dank gilt der Sand­dorf-Stif­tung, deren finan­zi­el­le Unter­stüt­zung die Durch­füh­rung der Fahrt maß­geb­lich ermög­licht hat.

Vom 23.–27.2.2026 ging es für die dies­jäh­ri­ge EP auf eine fünf­tä­gi­ge Gedenk­stät­ten­fahrt nach Polen. Die Zie­le der Fahrt waren Oświęcim und Kra­kau. Der Anlass die­ser Gedenk­stät­ten­fahrt war die inten­si­ve Aus­ein­an­der­set­zung mit der Geschich­te des Natio­nal­so­zia­lis­mus und den Ver­bre­chen des Holo­caust. Der Besuch his­to­ri­scher Orte und ein Gespräch mit einer Zeit­zeu­gin brach­ten uns die Geschich­te mit all ihren nega­ti­ven Sei­ten näher und lehr­ten uns vie­le neue und wich­ti­ge Dinge.

Nach einer mehr­stün­di­gen Fahrt von Kre­feld nach Oświęcim – im Deut­schen bes­ser bekannt als Ausch­witz – star­te­te unse­re Grup­pe die Rei­se mit einem Besuch im Jewish Cent­re und einer Syn­ago­ge. Hier konn­ten wir einen Ein­blick in das jüdi­sche Leben vor dem Zwei­ten Welt­krieg gewin­nen und mehr über die Geschich­te und die Ent­wick­lung des Ortes ler­nen. Am nächs­ten Tag ging es mit einer geführ­ten Tour durch die Gedenk­stät­te Ausch­witz sowie Work­shops im „Old Theat­re” wei­ter, in denen wir uns inten­si­ver mit ein­zel­nen Bio­gra­fien und his­to­ri­schen Quel­len beschäf­ti­gen konn­ten. Der Tag ende­te mit einer gemein­sa­men Refle­xi­ons­run­de, in der jeder sei­ne Ein­drü­cke tei­len konn­te und ein gro­ßer Aus­tausch unter­ein­an­der ent­stand.
Der drit­te Tag führ­te uns zum Muse­um Ausch­witz-Bir­ken­au, dem größ­ten Teil des ehe­ma­li­gen Lager­kom­ple­xes. Durch eine wei­te­re Tour, in der uns das Gelän­de mit sei­nen Bara­cken, Gleis­an­la­gen, Mahn­ma­len und vie­lem mehr gezeigt wur­de, wur­de noch ein­mal deut­lich, wel­ches Aus­maß die natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ver­bre­chen dort hat­ten. Spä­ter besuch­ten wir außer­dem das „Remem­brance Muse­um of Land of Oświęcim Resi­dents”.
Am vier­ten Tag reis­te unse­re Grup­pe wei­ter nach Kra­kau. Dort hat­ten wir die Mög­lich­keit, in klei­nen Grup­pen die Stadt zu erkun­den. Hier­bei lag der Fokus auf der beein­dru­cken­den his­to­ri­schen Alt­stadt mit ihren bedeu­ten­den Sehens­wür­dig­kei­ten, durch die wir wei­te­re Ein­bli­cke in die Geschich­te der Stadt erhiel­ten.
An unse­rem letz­ten Tag stand noch ein gro­ßer und beein­dru­cken­der Punkt auf unse­rer Pro­gramm­lis­te: ein Zeit­zeu­gen­ge­spräch. Für die­ses Zeit­zeu­gen­ge­spräch sind wir ins „Gali­cia Jewish Muse­um” gegan­gen, in dem uns die Zeit­zeu­gin ihre rüh­ren­de und emo­tio­na­le Geschich­te erzählte.

Die Gedenk­stät­ten­fahrt ermög­lich­te es uns, die Geschich­te auf eine neue und inten­si­ve Art zu erle­ben. Orte wie Ausch­witz und Ausch­witz-Bir­ken­au mach­ten deut­lich, wohin Aus­gren­zung, Hass und Anti­se­mi­tis­mus füh­ren kön­nen.
Vie­le Schüler*innen unse­rer Stu­fe berich­ten, dass ihnen die Fahrt die his­to­ri­schen Ereig­nis­se näher­ge­bracht hat und dass es wich­tig ist, die Erin­ne­rungs­kul­tur als Rück­blick auf die Ver­gan­gen­heit und als Auf­trag für die Gegen­wart und Zukunft auf­recht­zu­er­hal­ten, denn sie erin­nert dar­an, sich für Demo­kra­tie, Men­schen­wür­de und Tole­ranz einzusetzen.

Text: Sophie Nys
Fotos: O. Nim­mer­jahn, M. von Schwart­zen­berg, M. Wald­schmidt, B. Wojtasik,