„HIER habt ihr Geschichte?“, fragte ein jüngerer Mitschüler im Vorbeigehen, als er uns draußen, vor einem Haus in der Nähe der Schule, sah. Ja, genau hier hatten wir heute Geschichte, als wir als Geschichtsgrundkurs der Q2 rund um den Standort Lindenstraße unterwegs waren, um Stolpersteine zu putzen. Es gehört nämlich auch zum Geschichtsunterricht, dass wir Spuren der Vergangenheit in unserer unmittelbaren Umgebung suchen.
Doch es bleibt nicht beim Blick auf die Vergangenheit: Genauso wichtig ist im Geschichtsunterricht das Nachdenken über die Frage, was uns diese Vergangenheit für unsere Gegenwart und Zukunft sagen kann. Ein kurzer Augenblick der Aufmerksamkeit, eben ein Stolpern über diesen Stein, führt uns Schicksale von Menschen, die in der NS-Zeit aus unterschiedlichen Gründen verfolgt wurden, vor Augen. Wie gehen aber wir selbst eigentlich mit „anderen“ Menschen um? Und sind sie wirklich so anders?
Geputzt glänzen die Stolpersteine, werden so wieder lesbar und erlauben den genannten kurzen Augenblick des Nachdenkens, nicht nur, aber auch aus Anlass der Erinnerung an die sogenannte Reichspogromnacht am 9. November 1938.
Text und Fotos: K. Richter




